5. Tischtennis-Europameisterschaften
der Senioren vom 23. bis 28.06.2003 in Courmayeur


Reinhold Nüsse bestätigt den 9. Platz in der Trostrunde


Courmayeur (HH). Insgesamt 1500 Tischtennis-Spieler zwischen 40 und 87 Jahren sind im norditalienischen Courmayeur bei den Europameisterschaften in den acht Altersklassen Senioren 40, 50, 60, 65, 70, 75, 80 und 85 an den Start gegangen. Mit dabei waren mit Franz-Hermann Groetschel (FC Schüttorf 09), Reinhold Nüsse (SpVgg. Brandlecht/Hestrup) und Hilmar Heinrichmeyer (SV Eintracht Nordhorn) auch drei Grafschafter Sportler. Das beste Resultat gelang dabei Reinhold Nüsse bei den Senioren 40, der nur knapp die Einzel-Hauptrunde verpasste und bis auf Platz 9 der Trostrunde kam.

Zum Auftakt der Titelkämpfe, die eine Woche lang im idyllischen Wintersportort am Fuße des Mont Blanc in zwei benachbarten Hallen an 68 Tischen durchgeführt wurden, fanden die Einzel-Vorrundenspiele statt. Während Hilmar Heinrichmeyer in seinen drei Spielen gegen italienische, jugolawische und deutsche Gegner ohne Satzerfolg blieb, stand Reinhold Nüsse nach seinem Auftaktsieg gegen einen spanischen Abwehrspieler in den beiden folgenden Spielen gegen italienische und belgische Gegner im fünften Satz jeweils kurz vor dem Erreichen der Hauptrunde, die er dann jedoch durch die beiden knappen 2:3-Niederlagen letztlich verpasste. Bei den Senioren 75 ging es dem dort erstmals startberechtigten Franz-Hermann Groetschel nicht besser: Nach zwei Niederlagen gegen italienische und deutsche Konkurrenten half ihm der abschließende 3:2-Erfolg gegen den Moskowiter Vladislav Motulevich zwar zum 3. Platz in der Gruppe, nicht aber zum Einzug in die Hauptrunde.

In der drei Tage später folgenden Trostrunde schied Groetschel dann gleich im ersten Spiel gegen den Engländer Alan Holt (Saxons Salisbury) nach hartem Fünfsatzkampf aus, einen Gegner übrigens, der im Vorjahr bei der Weltmeisterschaft in Luzern auch von Herbert Raduschewski nicht bezwungen werden konnte. Für Groetschel stand damit der 9. Platz in der Einzel-Trostrunde fest. Auch für Heinrichmeyer kam gleich im ersten Trostrundenspiel das Aus. Außer dem Gewinn des ersten Satzes konnte er gegen David Steel (England) nichts Zählbares verbuchen und endete damit auf Platz 65 der Trostrunde. Viel besser lief es dagegen bei Reinhold Nüsse, der nach Siegen über Viktor Schober (Österreich) und Antonin Skala (Tschechien) erst im Achtelfinale vom starken Italiener Ugo Foltz in drei Sätzen gestoppt werden konnte und damit seinen Erfolg der letzten EM im dänischen Arhus bestätigen konnte, wo er ebenfalls Neunter der Trostrunde geworden war.

Im Senioren 40-Doppel nahmen Heinrichmeyer/Nüsse einer englisch/kroatischen Kombination zwar den ersten Satz ab, gingen danach jedoch gleichenmaßen leer aus wie im folgenden Spiel gegen den früheren Düsseldorfer Bundesligaspieler Claus-Jürgen Erdmann (jetzt ASV Wuppertal) und seinen Partner Jürgen Hecht (TuRa Oberdrees), die später in der Hauptrunde bis ins Halbfinale vordrangen. In der Doppel-Trostrunde mussten die beiden Grafschafter im Achtelfinale erstmals an die blauen Tische, an denen jedoch ihre norwegischen Gegner in allen drei Sätzen hauchdünn die Nase vorn hatten.

Franz-Hermann Groetschel startete im Senioren 75-Doppel an der Seite des Schweizers Louis Ramel (TTC Lausanne), der als amtierender Weltmeister im Senioren 80-Doppel nach dem kurzfristigen Ausfall seines Schweizer Doppelpartners froh war, mit dem Obergrafschafter wenigstens bei den "jüngeren" Senioren 75 starten zu können. Beide legten auch einen guten Start hin, als sie die süddeutschen Auftaktgegner Heinrich Lutz/Heinz Richter gleich mit 3:0 bezwangen. Vorentscheidend war die vermeidbare 1:3-Niederlage im zweiten Spiel gegen Josef Broeckaert/Armand Vermeerssen (Belgien/Niederlande), während gegen die starken Schweden Knut Henriksson/Curt Österholm nichts zu holen war. Mit dem 3. Platz in ihrer Vorrundengruppe hatten Groetschel/Ramel die Hauptrunde der beiden Gruppenersten knapp verpasst und sich für die Trostrunde qualifiziert, in der Groetschel jedoch nach dem Verzicht seines Doppelpartners nicht mehr antreten konnte.

Am Finaltag, an dem die Halbfinals und die Finals ausgetragen wurden, gab es eine Menge interessanter Spiele zu sehen. Bei den Seniorinnen 40 gewann die Titelverteidigerin Edith Urban aus Ungarn gegen die Russin Larissa Farina, während bei den Senioren 40 der für den Tus Meinerzhagen in der Oberliga spielende Tscheche Zbynek Stepanek Nachfolger seines Landsmannes Miroslaw Cecava wurde, den er selbst bereits in der dritten Runde aus dem Rennen geworfen hatte.

Einen doppelten Familientriumph konnten die Dänen feiern: Zunächst gewannen Susanne Pedersen und Annie Ramberg das Seniorinnen 40-Doppel, und im nachfolgenden Durchgang setzten sich dann ihre Ehemänner Claus Pedersen und Niels Ramberg im Senioren 50-Doppel gegen Anatoli Amelin/Dragutin Surbek (RUS/CRO) durch. Danach gewann Susanne Pedersen auch noch das Seniorinnen 50 Einzel, während bei den Herren in der gleichen Altersklasse Liang Geliang nach dem früheren Europameister John Hilton im Halbfinale auch den Russen Sergey Leshev im Finale zerlegte. Der für Deutschland startende Chinese hätte wahrscheinlich auch bei den Senioren 40 das Einzel gewonnen und mit einem besseren Doppelpartner als seinem Sponsor Bernd Freiherr von Dieterich die Doppelkonkurrenz.

Erfreulicherweise schied bei den Senioren 60 der aufgrund seines geschickten Umgangs mit dem selbstentwickelten spielzerstörenden Material als hoher Favorit gehandelte Schweizer Herbert Neubauer schon frühzeitig gegen seinen Doppelpartner und den späteren Sieger Dimitrije Bilic (Berlin) aus - wenn auch nur nach einer zweifelhaften Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters in der Verlängerung des Entscheidungssatzes. Immerhin blieb den Zuschauern so eine Reihe äußerst fragwürdiger "Tischtennis"-Spiele erspart. Die mussten sie dann im Doppel über sich ergehen lassen, wenngleich den beiden Deutschen Manfred Brocker/Diethard Zillich im Finale mit der ganzen Halle im Rücken fast die Sensation gelungen wäre.

Sehenswertes Tischtennis lieferte dagegen der Niedermarker Dieter Lippelt bei den Senioren 65. Er schaffte bei seinem ersten Start in dieser Altersklasse endlich mal einen Einzelerfolg, nachdem er mit diversen Doppelpartnern bei Welt- und Europameisterschaften schon des öfteren ganz oben auf dem Treppchen gestanden hatte. Hochinteressant ist auch die Siegerin bei den Seniorinnen 75: Sonia Fynn startet in den ungeraden Jahren bei den Europameisterschaften immer für England und in den geraden Jahren bei den Weltmeisterschaften für Kanada. Diesmal war wieder England an der Reihe - Kanada geht ja auch bei Europameisterschaften nicht.

Erstmals angeboten wurde diesmal die Altersklassen der 85-Jährigen. Die Mindest-Meldungszahl von 5 kam jedoch nur bei den Damen zustande, die daraufhin Jeder gegen jeden spielten und ihre Altersklasse schon am ersten Tag beendeten. Im Doppel mussten sie bei den 80-Jährigen starten, genauso wie die beiden einzigen Meldungen für die Senioren 85-Konkurrenz bei den Herren.

Während die Grafschafter Globetrotter aufgrund des Terminkonflikts mit dem 25. Nordhorner EUREGIO-Turnier im kommenden Jahr auf ihren Start bei der WM im japanischen Yokohama verzichten müssen, haben sie ihre Teilnahme an der nächsten EM Ende Juni 2005 im türkischen Istanbul bereits jetzt fest eingeplant.


Die neuen Europameister:

Senioren 40-Einzel:    Zbynek Stepanek                                  CZE
Senioren 40-Doppel:    Sergey Leshev/Sergey Manturov                    RUS
Seniorinnen 40-Einzel: Edith Urban                                      HUN
Seniorinnen 40-Doppel: Susanne Pedersen/Annie Ramberg                   DEN
Senioren 50-Einzel:    Liang Geliang                                    GER
Senioren 50-Doppel:    Claus Pedersen/Niels Ramberg                     DEN
Seniorinnen 50-Einzel: Susanne Pedersen                                 DEN
Seniorinnen 50-Doppel: Diane Pearce/Sandra Rider                        ENG
Senioren 60-Einzel:    Dimitrije Bilic                                  GER
Senioren 60-Doppel:    Dimitrije Bilic/Herbert Neubauer                 GER/SUI
Seniorinnen 60-Einzel: Jutta Schultz                                    GER
Seniorinnen 60-Doppel: Margarete Köngeter/Ruth Schneider                GER
Senioren 65-Einzel:    Dieter Lippelt                                   GER
Senioren 65-Doppel:    Hubert Jacob/Henri Yahiel                        FRA
Seniorinnen 65-Einzel: Marianne Blasberg                                GER
Seniorinnen 65-Doppel: Betty Bird/Nicole Pilliere                       ENG/FRA
Senioren 70-Einzel:    George Karlsson                                  SWE
Senioren 70-Doppel:    Heiner Koula/Herbert Zemsch                      GER
Seniorinnen 70-Einzel: Edith Huber-Santifaller                          ITA
Seniorinnen 70-Doppel: Irene Hecq/Edith Huber-Santifaller               BEL/ITA
Senioren 75-Einzel:    Curt Österholm                                   SWE
Senioren 75-Doppel:    Rune Forsberg/Lumir Ruzha                        SWE/CZE
Seniorinnen 75-Einzel: Sonia Fynn                                       ENG
Seniorinnen 75-Doppel: Andree Crevecoeur/Mavis van Gelder               BEL
Senioren 80-Einzel:    Leslie D'Arcy                                    ENG
Senioren 80-Doppel:    Leslie D'Arcy/John Husbands                      ENG
Seniorinnen 80-Einzel: Ursula Bihl                                      GER
Seniorinnen 80-Doppel: Ursula Bihl/Berti Pingel                         GER
Senioren 85-Einzel:    mangels Meldungen nicht ausgetragen                 
Senioren 85-Doppel:    mangels Meldungen nicht ausgetragen                 
Seniorinnen 85-Einzel: Molly Hawkins                                    ENG
Seniorinnen 85-Doppel: mangels Meldungen nicht ausgetragen                 


© 2003 by HH , letzte Aktualisierung: 14.07.2003