11. Tischtennis-Weltmeisterschaften
der Senioren vom 24. bis 29.06.2002 in Luzern


Herbert Raduschewski kommt bis ins Endspiel der Trostrunde


Luzern (HH). Zu den Weltmeisterschaften der Tischtennis-Senioren, bei denen im schweizerischen Luzern insgesamt 2700 Spieler zwischen 40 und 90 Jahren in sieben Altersklassen an den Start gegangen waren, waren mit den vier Spielern Herbert Raduschewski (SV Union Lohne), Reinhold Nüsse (SpVgg. Brandlecht/Hestrup) sowie Helmut Kunert und Hilmar Heinrichmeyer (beide SV Eintracht Nordhorn) und den beiden Schlachtenbummlern Thorsten Boomhuis und Friedrich Gerrietzen auch sechs Grafschafter angereist. Das beste Resultat gelang dabei Altmeister Herbert Raduschewski bei den Senioren 70, der bei seiner ersten Teilnahme an einer Weltmeisterschaft auf Anhieb bis in das Endspiel der Doppel-Trostrunde kam.

Zum Auftakt der Titelkämpfe, die eine Woche lang in insgesamt drei benachbarten Hallen an 102 Tischen durchgeführt wurden, fanden die Einzel-Vorrundenspiele statt, in denen alle drei Senioren 40 aus der Grafschaft sich für die Endrunde qualifizierten. Reinhold Nüsse hatte es am einfachsten, denn ihm reichte ein 3:1-Sieg über den Deutschen Stephan Timmreck (TSV Jesingen) zum Gruppensieg, da seine beiden anderen Gruppengegner aus Indien und dem Iran nicht angereist waren. In Helmut Kunerts Vorrundengruppe fehlte ein Spieler aus Slowenien, und nach einem klaren 3:0-Erfolg über den Schweizer Charles Luginbühl (TTC Wettingen) wurde Kunert trotz der abschließenden 2:3-Niederlage gegen den Österreicher Gernot Schwaiger (TTV Raika Kirchdorf/Tirol) aufgrund des besseren Satzverhältnisses Gruppensieger. Als einziger hatte Hilmar Heinrichmeyer es mit einer kompletten Vierergruppe in der Vorrunde zu tun. Er überraschte in seinem Auftaktspiel mit einem 3:1-Erfolg über den Chinesen Dangpei Gui (Niu Zhang Mutan Science Research) und stand nach dem folgenden 3:0 über den Schweizer Andreas Beloch (TTC Buchs) bereits in der Hauptrunde. Der deutsche Oberligaspieler Marinus Jarosz vom 1. FSV Mainz brauchte anschließend immerhin fünf Sätze, bevor er sich an den Brettchen-Angriff von Heinrichmeyer gewöhnt hatte.

In der Hauptrunde der Senioren 40 kam für Heinrichmeyer dann allerdings gleich im ersten Spiel (letzte 256) gegen den Ägypter Sherif Gaffar (Maadi-Club Kairo) mit 0:3 das Aus, während Nüsse gegen den Schweizer Jürgen Tondorf ungefährdet mit 3:0 die zweite Hauptrunde erreichte, wo er gegen den starken Engländer Brian Johns (Lostock TTC) jedoch auf verlorenem Posten stand. Auch Helmut Kunert, der zum ersten Mal in seinem Leben in einer Senioren-Konkurrenz an den Start ging, setzte sich in der 1. Hauptrunde durch, wo er gegen den Schweizer Peter Leikauf (TTC Wettingen) nach hartem Kampf mit 3:1 gewann. In der 2. Hauptrunde (64tel-Finale) blieb er allerdings gegen den slowakischen Erstligaspieler Peter Vaverka (MSTK Martin) chancenlos. Nüsse und Kunert kamen somit bei ihrem ersten WM-Start gemeinsam auf Platz 65 im über 500 Mann starken Feld der Senioren 40.

Bei den Senioren 70 blieb Herbert Raduschewski als einziger der vier Grafschafter mit einem 3:1-Sieg im letzten Spiel gegen den Deutschen Reinhold Walther (TSV Ober-Eschbach) nach zwei vorangegangenen 0:3-Niederlagen gegen den vereinslosen Japaner Ryosuke Mori aus Tokio und den Engländer Alan Holt (Sexons Salisbury) als Gruppendritter auf der Strecke. In der Trostrunde gewann er sein Auftaktspiel gegen den Franzosen Jacques Oger (A. S. Chelles) hauchdünn, schied dann jedoch gegen den Deutschen Kurt Schaaf (SV Bonlanden) in drei Sätzen aus.

Im Doppel der Senioren 70 spielte Herbert Raduschewski zusammen mit dem Nürnberger Friedrich Roth (TSV Altenberg). Beide verloren in der Vorrunde zwar ihre drei Gruppenspiele gegen Teams aus Tschechien, Deutschland und eine französisch-österreichische Kombination, fanden dann aber in der Trostrunde immer besser ins Spiel und zeigten dabei vor allem große Nervenstärke. Viermal in Folge setzten sie sich mit 3:2 Sätzen und maximal drei Bällen Vorsprung gegen Alan Hislop/Friedrich Huber (England/Österreich), Giovanni Gallingani/ Gianfranco Persegani (Italien), Petru-Pavel Hegyesi/Dr. Paul Theodor (Rumänien/Schweiz) und August Föhr/Johann Hoserek (Deutschland) denkbar knapp durch, bevor sie erst im Trostrunden-Finale von den beiden Sachsen Gottfried Hanitzsch/Günter Schulze (ESV Lok Pirna/SV Motor Mickten Dresden) mit 9:11, 11:7, 11:8, 11:6 bezwungen werden konnten. Für den seit 55 Jahren aktiven Herbert Raduschewski bedeutete das den größten Erfolg seiner langen Karriere.

Im Doppel der Senioren 40 konnten Heinrichmeyer/Nüsse dagegen nicht an ihre guten Vorjahresleistungen von der Europameisterschaft in Arhus anknüpfen. Weder in der Vorrunde gegen Vladimir Graf/Victor Knyazew (Tschechien/Russland) und Tibor Lani/Frantisek Riha (Slowakei/Australien) noch in der Trostrunde gegen die beiden Schweizer Rene Engler/Hugo Neuhaus gelang ihnen ein Spielgewinn, so dass sie das Turnier schließlich als 17. der Trostrunde beendeten.

Deutlich besser machte es dagegen Helmut Kunert, der jedoch in starkem Maße vom spielzerstörenden Belag seines zugelosten Doppelpartners Mario Tomasi vom italienischen SSV Karnaid profitierte. Ein Satzgewinn gelang weder den beiden Sri-Lankern Shirley Dunkin Gunawardena und Attula Perera Hettiarchchi (Government Press Sport Club Colombo) noch den beiden Tschechen Petr Buchta und Eduard Hardubej (Ceske Budevovice/ TV Jaromer). Die einzige Vorrundenniederlage bezogen Kunert/Tomasi in ihrem zweiten Spiel gegen die beiden Schweizer Kurt Weidmann/Jean-Marc Wichser (TTC Dietikon/CTT Fribourg), die noch dazu nicht nötig war. Erst im ersten Hauptrundenspiel (64tel-Finale) fanden sich mit den beiden Ägyptern Adel Yehia und Ramy Zakaria (Sporting-Club Alexandria) Gegner, die mit dem äußerst biegsamen Lange-Noppen-Belag von Tomasi kaum Probleme hatten. Nach der 1:3-Niederlage war Kunert auch im Doppel ausgeschieden, der als einziger der vier Grafschafter die Hauptrunde in beiden Konkurrenzen erreicht hatte und somit mit seinem WM-Debüt vollauf zufrieden sein konnte. Insbesondere durch seine Doppel-Spiele hatte er auch den beiden mitgereisten Schlachtenbummlern Thorsten Boomhuis und Friedrich Gerrietzen einiges geboten und für ausreichend Gesprächsstoff gesorgt.

Am Abschlusstag der Weltmeisterschaften, an dem von den vier Grafschaftern nur noch Herbert Raduschewski in der Doppel-Trostrunde im Rennen war, boten die besten Senioren der Welt allerfeinste Tischtenniskost, insbesondere bei den Senioren 50 die beiden früheren Weltmeister Liang Geliang und Dragutin Surbek aus Kroatien. Der Franzose Jacques Secretin war bereits im Viertelfinale ausgeschieden. Bei den Senioren 60 war erstmals der frühere Meteler Bundesligaspieler Horst Langer (jetzt Post SV Mülheim) am Start, der mit seinem Brettchen-Schläger alle Konkurrenten in die Schranken wies und auf Anhieb Weltmeister wurde.


Die neuen Senioren-Weltmeister:

Senioren 40-Einzel:    Miroslav Cecava                                  CZE
Senioren 40-Doppel:    Sergey Leshev/Sergey Manturov                    RUS
Seniorinnen 40-Einzel: Edith Urban                                      HUN
Seniorinnen 40-Doppel: Kuniko Takahashi/Keiko Takakiwa                  JPN
Senioren 50-Einzel:    Liang Geliang                                    GER
Senioren 50-Doppel:    Anatoly Amelin/Dragutin Surbek                   RUS/CRO
Seniorinnen 50-Einzel: Keiko Mochida                                    JPN
Seniorinnen 50-Doppel: Yoneko Fukui/Keiko Mochida                       JPN
Senioren 60-Einzel:    Horst Langer                                     GER
Senioren 60-Doppel:    Valentin Langehegemann/Horst Werkmann            LUX/GER
Seniorinnen 60-Einzel: Akiko Ikeda                                      JPN
Seniorinnen 60-Doppel: Hiroko Uchida/Michie Yoshimura                   JPN
Senioren 65-Einzel:    Günter Ulmer                                     GER
Senioren 65-Doppel:    Geoffrey Brook/Henry Buist                       ENG
Seniorinnen 65-Einzel: Kazuko Ito                                       JPN
Seniorinnen 65-Doppel: Betty Bird/Nicole Pilliere                       AUS/FRA
Senioren 70-Einzel:    George Karlsson                                  SWE
Senioren 70-Doppel:    George Karlsson/Glenn Kindstedt                  SWE
Seniorinnen 70-Einzel: Akiko Tosa                                       JPN
Seniorinnen 70-Doppel: Martha Willke/Waltraud Zehne                     GER
Senioren 75-Einzel:    Lumir Ruzha                                      CZE
Senioren 75-Doppel:    Lumir Ruzha CZE/Rune Forsberg                    SWE
Seniorinnen 75-Einzel: Edna Fletcher                                    ENG
Seniorinnen 75-Doppel: Olga Devicenska/Sonia Fynn                       LAT/CAN
Senioren 80-Einzel:    Leslie D'arcy                                    ENG
Senioren 80-Doppel:    Ronald Etheridge/Louis Ramel                     ENG/SUI
Seniorinnen 80-Einzel: Andree Crevecoeur                                BEL
Seniorinnen 80-Doppel: Asako Shigemi/Funi Yoshitake                     JPN 


© 2002 by HH , letzte Aktualisierung: 25. Juli 2002