23. Nordhorner EUREGIO-Turnier am 18./19. Mai 2002
Die Schülerinnen des ESV Prenzlau kommen beim EUREGIO-Turnier zu insgesamt sechs Turniersiegen
Nordhorn (HH). Ping Zhou, dem chinesischen Spitzenspieler des Regionalligisten TTV Garrel-Beverbruch, gelang am vergangenen Samstag beim internationalen Nordhorner EUREGIO-Tischtennisturnier die Wiederholung seines Vorjahrestitels im Herren A-Mannschaftsfinale. Bei der 23. Auflage des am Pfingstwochenende in den drei Hallen des Nordhorner Kreissportzentrums an 80 Tischen ausgetragenen größten deutschen TT-Turniers setzte er sich zusammen mit Andre Stang vom Oberligisten SSV Pommernland Demmin in einem sehenswerten Schlussdoppel mit 3:2 gegen die Abwehrpaarung Peter Igel/Michael Eilers vom TuS Vahr Bremen durch.
Tischtennis zum Abgewöhnen präsentierten dagegen tags darauf im Herren A-Einzelfinale zwei der eigentlich besten in Deutschland spielenden Regionalligaspieler, der Chinese Zhi Wang vom TTC Vernich und der Bulgare Nikolay Solakov von DJK Germania Holthausen. Ohne jeglichen Einsatz spulten sie die vier erforderlichen Sätze des Finales herunter und sorgten so für eine große Enttäuschung der zahlreichen Zuschauer im EUREGIUM. Erfreulicherweise werden beide im nächsten Jahr nicht in Nordhorn am Start sein, da sie dann als Zweitligaspieler nicht mehr in der bis Regionalliga offenen A-Klasse startberechtigt sind.
Attraktiveres Tischtennis zeigten da schon Claudia Meer und Beate Kunert, wenngleich sie ihren Vorjahrestitel in der Damen A-Mannschaftskonkurrenz nicht verteidigen konnten. Die beiden Spielerinnen von Eintracht Nordhorn unterlagen im Finale den beiden brandenburgischen Jugendlichen Laura Matzke/Julia Bütow vom Regionalligisten ESV Prenzlau mit 1:3, nachdem Claudia Meer in ihrem letzten Wettkampf für den SV Eintracht gegen Julia Bütow den Ehrenpunkt geholt hatte und gegen die Schüler-Nationalspielerin Laura Matzke nach harter Gegenwehr im Entscheidungssatz unterlegen war. Die beiden Nachwuchsspielerinnen gewannen tags darauf auch die Doppelkonkurrenz der Damen A, während Nicole Meyer vom TuS Glane das Damen A-Einzel für sich entschied.
Den einzigen Turniersieg mit Grafschafter Beteiligung erkämpfte sich Kathrin Hans vom TSV Kirchrode bei den Damen C/D/E an der Seite der Essenerin Janette Püski von DJK Adler Frintrop. Die jetzt in Hannover studierende frühere TVN- und Eintracht-Spielerin setzte sich im Finale im entscheidenden Doppel gegen eine Paarung des hessischen TV Igstadt durch. Leider stellte sich erst nach dem Turnier bei einer Internet-Recherche heraus, dass Janette Püski in der Damen C/D/E-Klasse nicht startberechtigt war, da sie ihre Punktspiele in einer höheren als der angegebenen Spielklasse bestritten hat. Für sie war es damit das letzte EUREGIO-Turnier ihres Lebens, denn solche Unsportlichkeiten bedeuten in Nordhorn den lebenslangen Turnierverweis. Tags darauf reichte es für Kathrin Hans an der Seite ihrer früheren Vereinskameradin Beate Kunert bei den Damen B dagegen nicht zum Finaleinzug. Die später auch im Finale erfolgreichen Laxtenerinnen Renate Maue/Karin Wulfhorst schalteten im Halbfinale die Nordhorn/Hannoveraner-Kombination Kunert/Hans mit 3:1 aus.
In den Herrenklassen erreichte Thorsten Boomhuis (Eintracht Nordhorn) als einziger Grafschafter eine Platzierung unter den ersten Acht. Bei den Herren E kam er zusammen mit dem Brettchenspieler Siegfried Porsch (TTF Sterkrade) immerhin bis ins Viertelfinale, wo dann gegen die späteren Zweiten aus Berlin Endstation war.
In den Nachwuchsklassen wurde es nichts mit dem erhofften Turniersieg für Lars Brinkhaus. Der A-Schüler von Eintracht Nordhorn kam am Samstag im Jungen-Mannschaftswettbewerb an der Seite des starken Jeveraners Florian Laskowski immerhin bis ins Finale, wo Marcel Czichy/Thuong Nguyen vom TSV Bremervörde sich mit 3:2 aufgrund des stärkeren Doppels knapp durchsetzten. Am Sonntag startete Brinkhaus dann in seiner eigentlichen Altersklasse, kam aber bei den A-Schülern im Einzel auch nicht über den 3. Platz hinaus. Stark vertreten waren im Nachwuchsbereich diesmal Hertha BSC Berlin und ESV Prenzlau. Die Berliner Schüler holten zwei Turniersiege, die Brandenburger Schülerinnen kamen sogar auf vier EUREGIO-Turniererfolge, wobei Janina Will gleich an dreien davon beteiligt war.
Bei insgesamt 887 Startern in den 30 Konkurrenzen verlief das Turnier diesmal nicht zuletzt aufgrund der kürzeren Spieldauer wegen der erstmals angewandten verkürzten Satzlänge bis 11 sehr reibungslos. Die Turnierleitungen in den beiden Kreissporthallen und im EUREGIUM, die diesmal von ASC Grün-Weiß 49, FC Schüttorf 09, TTC Nordhorn, Eintracht Nordhorn, SV Bad Bentheim, Rot-Weiß Lage und SpVgg. Brandlecht/Hestrup gestellt worden waren, brachten die Wettkämpfe an den achtzig Turniertischen daher an beiden Tagen in Rekordzeit über die Bühne. Doch auch die Helfer von Union Lohne, TuS Gildehaus und SV Hoogstede bewältigten ihre jeweiligen Aufgabenbereiche bei der sonstigen Turnierorganisation sehr gut und trugen somit maßgeblich zum Gelingen dieser vom Tischtennis-Kreisverband veranstalteten Mammutveranstaltung bei.
Getrübt wurde das Turnier eigentlich nur durch das Verhalten einiger Randalierer aus der Reisegruppe des TTV Cloppenburg, die trotz mehrmaliger Ermahnung der Turnierleitung sowohl auf dem Zeltplatz hinter dem Kreissportzentrum als auch in der Halle sichtbar und akustisch ihre Spuren hinterließen. Nachdem sämtliche Versuche der Turnierleitung gescheitert waren, die schlimmsten dieser Chaoten zur Bekanntgabe ihrer Identität zu veranlassen, wird im nächsten Jahr nun der gesamte Verein TTV Cloppenburg auf die für ihn schon zur Tradition gewordene Teilnahme am EUREGIO-Turnier verzichten müssen. Für den Turnierverlauf kann diese Entscheidung des Turnierausschusses nur positiv sein.
© 2003 by HH, letzte Aktualisierung: 01.06.2003