1. EUREGIO-Tischtennis-Pokalturnier am 17./18. Juni 1978 in Nordhorn

Wilfried Haack dominiert beim 1. EUREGIO-TT-Pokalturnier

Nordhorn (HH). Bereits eine Woche nach Beendigung der Kreisranglistenturniere fand in der Grafschaft ein weiteres großes Tischtennisturnier statt. Am Samstag, dem 17.6.und am Sonntag, dem 18.6.1978 veranstaltete der TT-Kreisverband in der Nordhorner Kreissporthalle das 1. EUREGIO-TT-Pokalturnier.

Bisher wurde von Seiten der EUREGIO-Organisation Tischtennis immer im Rahmen der großen EUREGIO-Sportfeste angeboten, die jedes Jahr in einer anderen Stadt des Grenzbereichs ausgetragen wurden. In den vergangenen Jahren haben daran in Ochtrup und Rheine auch Eintracht-Jugendmannschaften teilgenommen. Da diese Sportfeste aber mittlerweile zu groß geworden waren, freute sich die EUREGIO-Gesellschaft sehr, als der TT-Kreisverband Bentheim sich anbot, ein EUREGIO-Turnier nur für Tischtennis auszurichten. So stellte sie dann auch mehrere Siegerpokale zur Verfügung. Herr Poetschki, der Präsident des EUREGIO-Rates, war bereit, die Schirmherrschaft für diese Veranstaltung zu übernehmen.

Während seitens der EUREGIO alles getan wurde, das Turnier gelingen zu lassen, ließ man im Kreisverband die Vorbereitungen ruhig angehen. Offenbar unterschätzte man die mit der Ausrichtung eines solchen Großturniers verbundene Arbeit. So kam es, dass die Vorbereitung des Turniers nur mangelhaft und schleppend vor sich ging. Das zeigte sich schon in der Wahl des Termins. Zwei Monate nach Abschluss der Meisterschaftsspiele, also mitten in der Übergangszeit zur nächsten Saison, ist das Interesse der Aktiven an solchen Turnieren einfach nicht mehr groß. Und außerdem fand es mitten in der Fußball-Weltmeisterschaftszeit statt.

Da aufgrund des ungünstigen Termins schon nicht viele Teilnehmer erwartet werden durften, hätte man zumindest in der Presse (Grafschafter Nachrichten, Rundfunk) umsomehr für das Turnier werben müssen. Aber das geschah nicht. Stattdessen ließ man Plakate drucken, die im gesamten EUREGIO-Gebiet verteilt wurden. Sinn dieser Plakate war es, möglichst viele Außenstehende auf das TT-Turnier aufmerksam zu machen und somit viele Zuschauer in die Kreissporthalle zu locken. Gewiss ein lohnenswertes Unterfangen; doch was sollen die Zuschauer, wenn keine Spieler da sind? Insgesamt haben sich ganze 65 Teilnehmer angemeldet, von denen etwa 50 schon am Samstag spielten. So kam es, dass am Sonntag die Halle fast leer stand. Besonders enttäuscht zeigte sich der Veranstalter dabei über das Desinteresse der Grafschafter Vereine.

In der Herren-Klasse A konnten sich die beiden Laxtener Karl-Heinz Schuhmann und Helmut Kunert für das Finale qualifizieren. Nachdem es im dritten Satz des Finales bereits 20:16 für Schuhmann stand, schien der Sieger festzustehen, doch Kunert konnte ausgleichen und auch noch das Spiel für sich entscheiden. Da beide Spieler jeweils einmal gegeneinander gewonnen hatten, musste ein drittes Spiel den Sieger ermitteln. Schuhmann gewann schließlich mit 2:0. Auch im Doppel standen die beiden Laxtener im Finale. Zusammen erkämpften sie sich den Titel über Volker Funk/Lügger vom TuS Iserlohn.

Die Herren-Klasse B wurde eine klare Angelegenheit des TTC Nordhorn. Die ersten drei Plätze wurden von Spielern des Nordhorner Vereins errungen. Wilfried Haack konnte dabei mit 2:1-Sätzen seinen Vereinskameraden Heiner Butke bezwingen. Auch im Doppel waren die drei Erstplazierten im Finale dabei. Haack gewann mit seinem Partner Reinhard Kipf (Schinkel 04) gegen das favorisierte Doppel Günter Hinkebeen/Heiner Butke (TTC Nordhorn).

Mit 34 Teilnehmern war die Herren-Klasse C am stärksten besetzt. Auch hier gab es mit Günter Plochg (ASC Grün-Weiß 49) einen Grafschafter Erfolg. Er konnte das Finale in 2:0 Sätzen gegen Gerd Hewing (SC Arminia Ochtrup) gewinnen. In der Doppelkonkurrenz holten sich Wolfgang Jung/Manfred Malta (TSG Dülmen) über Hilmar Heinrichmeyer/Georg Laug (Eintracht Nordhorn) die wertvollen Pokale.

Die Damen-Klasse war mit fünf Teilnehmerinnen am schwächsten besetzt. Wegen der geringen Anzahl von Meldungen wurde die Doppelkonkurrenz nicht ausgespielt. Barbara Paul (VfL Weiße Elf Nordhorn) sicherte sich hier den 1. Platz vor Beate Jürriens (Rot-Weiß Lage).

Durch den Gewinn des Mixed-Endspiels mit seiner Partnerin Jutta Höing (TV Nordhorn) über Beate Jürriens/Herbert Raduschewski (Rot-Weiß Lage/Alemannia Blanke) wurde Wilfried Haack zum erfolgreichsten Spieler des Turniers. In allen drei Klassen, in denen er startete, holte er Pokale. Die Siegerehrung nahm Oberkreisdirektor Dr. Günter Terwey vor, der sich - als früherer aktiver Tischtennisspieler mit zwei Jugend-Kreismeistertiteln 1947 ein Mann vom Fach - über die gezeigten Leistungen lobend äußerte.

Als Fazit kann gesagt werden, dass die Zusammenführung von deutschen und holländischen Sportlern durch ein solches EUREGIO-Turnier ein lohnenswertes Ziel ist, dass dann aber ein solches Turnier wesentlich besser organisiert werden muss als bei dieser ersten Durchführung. Der TT-Kreisverband wird aus den gemachten Fehlern seine Lehren ziehen müssen, um im nächsten Jahr zu einem günstigeren Termin das 2. EUREGIO-Turnier veranstalten zu können, welches dann aufgrund besserer Vorbereitung hoffentlich zu dem Erfolg wird, den man sich diesmal schon gewünscht hat.

Nachtrag:

Es sollte drei Jahre bis zum nächsten EUREGIO-Turnier dauern. Der Tischtennis-Kreisverband entschied sich nach dem Reinfall im ersten Jahr, zunächst kleinere Brötchen zu backen. So wurden denn in den beiden Folgejahren 1979 und 1980 bezirksoffene "Grafschafter Zweiermannschaftsturniere" in Nordhorn-Deegfeld und Uelsen ausgetragen, an denen 144 bzw. 238 Spieler teilnahmen. 1981 folgte dann das "2. EUREGIO-Zweiermannschaftsturnier" mit 442 Teilnehmern, womit sich das EUREGIO-Turnier dann etabliert hatte.


© 2001 by HH, letzte Aktualisierung: 13. Februar 2001