17. EUREGIO-Zweiermannschaftsturnier am 25./26. Mai 1996 in Nordhorn

Chinesischer Doppelsieg in den beiden S-Klassen

Nordhorn (HH). Erstmals seit Jahren gab es am Pfingstsonntag wieder Weltklasse-Tischtennis in Nordhorn zu sehen. Dafür sorgten die Finalteilnehmer der Damen S- und der Herren S-Klasse beim 17. internationalen EUREGIO-Turnier, das in beiden Kreissporthallen und beiden Deegfeld-Sporthallen an 84 Turniertischen mit insgesamt 1067 Startern über die Bühne ging. Dabei war vor allem das Damen-Finale an Spannung kaum zu überbieten, das schließlich die Chinesin Wang Aimei gegen die Weißrussin Tatiana Kostromina im dritten Satz knapp gewann, womit sie den chinesischen Doppelsieg perfekt machte. Ihr Landsmann Chen Bing hatte kurz zuvor im Herren-Finale gegen Li Yuxiang eindeutig dominiert.

Erwartungsgemäß hatte sich kein deutscher Spieler für das Halbfinale qualifizieren können, in dem Chen Bing dem Holländer Han Leeferink gleichermaßen das Nachsehen gab wie Li Yuxiang dem Slowaken Roland Vimi. Chen Bing, der bereits vor zwei Jahren in der A-Klasse alle drei Titel abgeräumt hatte und derzeit für die DJK Rheydt in der Regionalliga seine Punktspiele bestreitet, ließ seinem für Eintracht Leer in der 2. Bundesliga spielenden Landsmann im Finale beim 21:14, 21:11 keine Chance. Immer wieder überraschte er Li Yuxiang aus dem Verteidigungsspiel heraus mit knallharten Schüssen in die Rückhand.

Auch bei den Damen S waren die Ausländerinnen im Halbfinale unter sich. Beste Deutsche wurde noch die Lokalmatadorin Gerlinde Feldkamp von Eintracht Nordhorn, die überraschend die Vorrunde überstanden hatte, im Viertelfinale gegen Wang Aimei aber Lehrgeld zahlen mußte, wenngleich ihr einige sehenswerte Punktgewinne gegen die Chinesin gelangen. Die mit dem TuS Jahr Soest in die 1. Bundesliga aufgestiegene Wang Aimei hatte im Halbfinale gegen die Russin Katharina Taushkanova (TTC Kassel) hart zu kämpfen, bevor sie diese im dritten Satz nach Zeitspiel knapp bezwang. In diesem Duell zweier Abwehrspielerinnen kam die im Tischtennis äußerst seltene Wechselmethode zur Anwendung, weil der 1. Satz nach 15 Minuten noch nicht beendet war. So erlebten viele der Zuschauer erstmals überhaupt diese Spielregel zur Spielbeschleunigung, bei der der Aufschläger mit seinen ersten 13 Schlägen den Ballwechsel gewinnen muß.

Das zweite Halbfinale war eine klare Angelegenheit für Tatiana Kostromina. Die Nr. 34 der Europarangliste setzte sich gegen die Slowakin Milada Cibikova ungefährdet durch. Auch im Finale lief zunächst alles nach Plan für die Weißrussin, die gegen Wang Aimei mit 21:14 in Führung ging. Auch in diesem Spiel mußte wegen der langen Spieldauer bereits im ersten Satz die Wechselmethode eingeführt werden, mit der die Chinesin dann im weiteren Verlauf etwas besser zurecht kam als ihre europäische Gegnerin. Mit ihren beiden 21:19-Satzgewinnen sicherte sich Wang Aimei das lukrative Preisgeld, nachdem sie die zahlreichen Zuschauer auf der Tribüne der Deegfeld-Sporthalle zeitweise zu Beifallsstürmen hingerissen hatte.

In den A-Klassen der Damen und Herren gab es jeweils eine Titelverteidigung durch Bianca Rommerskirchen (SC Bayer Uerdingen) und Nikolai Azartschenko (TSV Hespe), die sich diesmal mit anderen Partnern als im Vorjahr in der bis zur Regionalliga offenen Klasse durchsetzten. In den sechs anderen Damen- und Herrenklassen gingen vier Turniersiege nach Nordrhein-Westfalen und zwei nach Hessen.

Als beste Grafschafter kamen bei den Damen C/D/E die beiden Gildehauserinnen Silke Bergfeld und Martina Horstjann bis ins Finale, wo sie dann aber trotz zweier Einzelsiege von Martina Horstjann im Schlußdoppel eine knappe 2:3-Niederlage gegen Melanie Welpot/Katja Weitz (TV Igstadt) nicht verhindern konnten. Achtungserfolge bei den Herren D gelangen Bert Bonke/Dirk Pawelskus vom Grafschafter Kreisliga-Meister TTC Nordhorn sowie der Kombination Jens Hüsemann/Timo Gröttrup (TTC Nordhorn/SV Bad Bentheim) mit dem Vordringen bis in das Viertelfinale der mit 57 Mannschaften sehr stark besetzten D-Klasse.

In den beiden Kreissporthallen verteilten sich die Siege in den 18 Konkurrenzen sehr stark. Der Luxemburger Philippe Hennes dominierte im 94-Teilnehmer-starken Jungen-Einzel und Doppel, während der Sieg im Mädchen-Doppel an die holländische Paarung vom TTV de Toekomst Lochem fiel. Zehn Turniersiege sicherten sich hier die Spieler aus Nordrhein-Westfalen, wobei sich Ellen Baumer vom TuS Münster-Hiltrup bei den A-Schülerinnen gleich alle drei möglichen Siege in der Mannschaft, im Einzel und im Doppel holte. Für einen der drei niedersächsischen Nachwuchs-Siege sorgten Maike Höötmann und Mareen Höffmann vom TuS Gildehaus im B-Schülerinnen-Mannschaftswettbewerb, und durch Kathrin Etzrodt vom sächsischen TSV Breitenworbis, die bei den B-Schülerinnen das Einzel und Doppel gewann, fiel erstmals auch ein EUREGIO-Turniersieg an einen Verein aus den neuen Bundesländern.


© 1998 by HH, letzte Aktualisierung: 17. September 1998