"Wer hilft Judith?"

Sicher haben viele diese Überschrift in der Zeitung gelesen. Sie hatten Mitleid mit dem 18-jährigen, an Leukämie erkrankten Mädchen aus dem emsländischen Lathen, wechselten vielleicht ein paar Worte mit der Familie zwischen Frühstücksei und Kaffee. Aber sobald die Zeitung beiseite gelegt wurde, wurde das Mitgefühl meistens wieder vergessen. Das war´s!

Das seh ich etwas anders! Mitleid haben reicht nicht. Jeder kann helfen! Ich kenne Judith als fröhlichen und aktiven Menschen. Sport - so scheint es mir - spielt eine wichtige Rolle in ihrem Leben. Bereits als Jugendliche spielte sie Tischtennis bei den Damen des Raspo Lathen - und sogar erfolgreich: Die Spielerinnen schafften in der Saison 2000/2001 gemeinsam den Aufstieg in die 2. Bezirksklasse. Dieses war auch keine Eintagsfliege. Sie bewiesen, dass sie durchaus in dieser Klasse mithalten konnten.

Doch gerade in dieser Zeit erreichte Judith das Ergebnis einer Blutuntersuchung, welcher sie sich aufgrund eines grippalen Infekts hatte unterziehen müssen: Akute lymphatische Leukämie. Judith begab sich sofort in die Uniklinik Münster und unterzog sich einer Chemotherapie. Nach einer zweiwöchigen Pause sollte die zweite Phase der Therapie begonnen werden. Leider hatten sich zu diesem Zeitpunkt neue Krebszellen bei Judith gebildet, so dass sich nun alle Hoffnungen auf einen geeigneten Knochenmarkspender stützen.

Das Spielen mit dem Zelluloidball ist mir mithin das Wichtigste in meinem Leben und als ich davon hörte, war mir sofort klar, dass der 21. September rot im Kalender angestrichen werden muss! Auf unserem Staffeltag sprang dann der Funke erst recht über: Freunde und Mannschaftskolleginnen von Judith machten noch einmal auf ihre schwere Erkrankung aufmerksam und wiesen zudem auf die finanzielle Problematik hin. Die Typisierungsaktion in der Realschule Lathen ist zwar kostenlos für jeden Teilnehmer, aber die Mittel für die Unkosten (50 Euro pro Spender) müssen anderweitig aufgetrieben werden. Neben potenziellen Gewebespendern sind daher auch Geldspenden dringend erforderlich.

Judiths Schicksal hat mich sehr bewegt und ich habe mich gleich bei www.leukin.de sowie www.dkms.de über Leukämie, die Heilungschancen und die teilweise auch neuen Transplantationsmöglichkeiten informiert. Und nun bin ich fest entschlossen zu helfen, wie es mir auch immer nur möglich ist!

Judith ist nur 1 1/2 Jahre jünger als ich, geht auf dieselbe Schule, hat das gleiche Hobby - es hätte genauso gut auch mich treffen können. Ich glaube, es ist den wenigsten bewusst, dass es jeden treffen kann, ob jung oder alt! Also möchten die Webmaster und ich möglichst viele Spieler oder gar ganze Vereine mit diesem Artikel erreichen und um ihre Unterstützung bitten. Jeder kann helfen! Und vielleicht ist ja Judiths "genetischer Zwilling" unter euch! Also tut euer Möglichstes!

Wenn ihr zwischen 18 und 55 Jahre alt seid, fasst euch ein Herz. Die wenigsten wissen, dass man sich mit der Einverständniserklärung der Eltern sogar schon ab 17,5 Jahren registrieren lassen darf. Was sind schon 10ml Blut für ein wertvolles Leben?

Also vergesst nicht, am 21. September 2002 von 10 bis 16 Uhr in der Realschule Lathen vorbeizuschauen, wenn ihr noch nicht registriert seid.

Auch über freiwillige Spenden auf das DKMS-Spendenkonto 55 000 000 bei der Volksbank Emstal (BLZ: 28069991) würden wir uns freuen.

Macht Judith Mut, damit sie weiß, dass auch wir hinter ihr stehen. Helft mit, damit sie bald wieder den Schläger schwingen kann!


Stefanie Bellingen (TT-Spielerin beim SV Sigiltra Sögel)


(c) 2002 by HH, letzte Aktualisierung: 20. August 2002